Sekretariat

S. Schwenk
B. Weber
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In dringenden Anästhesie-Angelegenheiten über die Zentrale erreichbar
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Privatpatienten; alle gesetzlichen Krankenkassen auf Überweisung des Haus- oder Facharztes; BG-Patienten nach Absprache

Anästhesie-Ambulanz
Termine nach telefonischer Vereinbarung

Ambulante Schmerztherapie

Chefarzt

Dr. Michael Neuburger
Facharzt für Anästhesie,
Spezielle Anästhesiologische Intensivmedizin,
Notfallmedizin,
Spezielle Schmerztherapie Verkehrsmedizinische Qualifikation
Michael.Neuburger(at)ortenau-klinikum.de

Schätzungen zufolge erleben etwa 10% aller Menschen in ihrem Leben eine schwere Schmerzerkrankung. Schmerz ist darüber hinaus fortbestehendes Symptom und somit leidvoller Begleiter vieler Erkrankungen. Hierbei hat der Schmerz seine ursprüngliche Funktion oft verloren, er hat sich teilweise verselbständigt. Über Ursachen und Mechanismen wird noch geforscht.

Das Leistungsspektrum der Schmerzambulanz umfasst zunächst die ausführliche Erhebung einer Krankheitsgeschichte, um möglichst genau die Ursachen und das Wesen des Schmerzes beim einzelnen Betroffenen zu erkennen. Im Anschluss wird ein abgestimmtes Therapie- und Behandlungskonzept erarbeitet und empfohlen.
Dabei kommen unterschiedlichste Verfahren zum Einsatz, oft kombiniert im Sinne eines multimodalen Therapieansatzes. Die Behandlung erfolgt auf Überweisung des Hausarztes oder Facharztes.

  • Stellung der entsprechenden Diagnose unter Einbeziehung der verschiedenen diagnostischen Verfahren
  • umfassende Vermittlung und Aufklärung über die Schmerzsituation und die Prognose der Schmerzerkrankung bzw. des Schmerzsyndromes
  • Erarbeitung spezieller Konzepte zur Schmerzlinderung
  • medikamentöse Ein- oder auch Umstellung
  • Indikationsstellung für invasive Therapieverfahren (z.B. Nervenblockaden, diagnostische Blockaden im Bereich der Wirbelsäule, Sympathikusblockaden, Schmerzpumpen)
  • Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit
  • Veränderungen der Wahrnehmung von Schmerzen
  • Behandlung von Depressionen und Ängsten im Zusammenhang mit einer Schmerzerkrankung
  • Besprechung der beruflichen und privaten Perspektiven
  • Beginn der Schmerzen
  • Schmerzlokalisation (inklusive eventueller Ausstrahlungen)
  • Schmerzstärke (z. B. numerische Analogskala: 0 = kein Schmerz; 10 = stärkster vorstellbarer Schmerz. Beurteilung im Verlauf)
  • Schmerzqualität (z. B. brennend, dumpf usw.)
  • zeitliches Auftreten
  • Begleitsymptome bisherige Medikation sowie sonstige schmerzlindernde Strategien (Ruhe, Bewegung, Wärme usw.).
  • zudem sind eine ausführliche Eigen−, Familien− und Sozialanamnese, das Erkennen möglicher Ursachen mit kausaler Therapieoption und eine gründliche körperliche Untersuchung Grundvoraussetzung für eine gezielte Therapie.

Eine frühzeitige Therapie von Schmerzen ist unabdingbar. Die Strategien zur Therapie chronischer Schmerzen orientieren sich eng an etablierten und gut untersuchten Standardtherapien: Die initiale medikamentöse Therapie von Schmerzen findet mit Nichtopioid-Analgetika statt (z. B. Diclofenac, Ibuprofen, Paracetamol, Metamizol u. a.), wobei diese Stufe erfahrungsgemäß in der Therapie chronischer Schmerzen nicht ausreichend ist. Die nächste Stufe sieht die zusätzliche Gabe niederpotenter Opioide (z. B. Tramadol, Tilidin/Naloxon) vor. Auf der dritten Stufe werden die niederpotenten Opioide durch hochpotente Opioide ausgetauscht (Morphin, Oxycodon, Fentanyl u.v.a.). Psychische Abhängigkeit oder Sucht entwickelt sich bei Einnahme dieser Substanzen unter Beachtung wichtiger Grundsätze nicht.
Da speziell der neuropathische Schmerz initial zwar häufig auf Opioide anspricht, im Verlauf jedoch gegenüber Opioiden insensitiv werden kann, wird auf allen Stufen der Therapie chronischer Schmerzen ein besonderes Augenmerk auf die sogenannten Koanalgetika gelegt (z. B. Antidepressiva, Muskelrelaxantien, Gabapentin u. a.), welche die vielfältigen, oben beschriebenen zentralen Verschaltungs- und Sensibilisierungsprozesse verändern können.
Darüber hinaus muss beim chronischen Schmerz unbedingt ein multimodales Therapiekonzept unter Einbeziehung psychotherapeutischer Maßnahmen sowie krankengymnastischer oder ergotherapeutischer Verfahren angestrebt werden.
Weitere Therapieoptionen stellen stimulierende Verfahren wie z. B. die Applikation eines Reizstromes dar(transkutane elektrische Nervenstimulation – TENS). In einigen Fällen können invasive Verfahren wie Sympathikusblockaden (Stellatum-Blockaden) oder lokale Opioidapplikationen erfolgversprechend sein (ganglionäre lokale Opioidapplikation – GLOA). Zuletzt sind gelegentlich auch invasive Maßnahmen zur Dauertherapie notwendig. Erwähnt seien hier subkutan implantierbare Medikamentenpumpen für intrathekal gelegene Schmerzkatheter sowie rückenmarknahe elektrische Stimulationsverfahren (spinal cord stimulation – SCS). Neurodestruktive (d.h. nervenzerstörende) Verfahren wie Thermokoagulationen, Sympathikolysen oder die Chordotomie sind weitere, seltene Therapieoptionen.

Generell ist die frühzeitige und enge Anbindung an einen spezialisierten Schmerztherapeuten sinnvoll, wenn sich beim Patienten der Verdacht auf ein chronisches Schmerzsyndrom ergibt.